Skip to main content

Aktfotografie – Was ist das und welche Fotoausrüstung ist nötig?

Was ist Aktfotografie?

Aktfotografie ist ein Bereich der Fotografie, in dem der Mensch als zu fotografierendes Objekt halbnackt oder nackt dargestellt wird. Es ist das intimste Genre in der Fotografie. Die teilweise nackte Darstellung des menschlichen Körpers wird als Halbakt bezeichnet. Die Darstellung des komplett nackten Menschen wird Vollakt genannt. Akte sind nicht mit pornografischer Fotografie zu verwechseln. Ein Übergang zur Erotischen Fotografie kann fließend sein. Es geht in der Aktfotografie um den künstlerischen Aspekt und um die technischen Mittel, die diese Kunstform ausmachen.

Aktfotografie

Aktfotografie

Aktfotografie – anspruchsvolle Kunst

Aktfotografie ist eine Kunstform und erfordert technische Fähigkeiten des Fotografen. Des Weiteren muss der Fotograf auch Licht gekonnt zum Einsatz bringen und als sogenanntes Gestaltungsmittel nutzen. Auch die Kommunikation mit dem Modell ist ein wichtiger Faktor in der Aktfotografie. Der Fotograf muss eine vertrauensvolle Beziehung und eine Atmosphäre aufbauen, in der das Modell sich wohlfühlt. Aktfotografie ist wesentlich mehr als nur einen Menschen nackt zu fotografieren. Es geht um den künstlerischen Anspruch und um niveauvolle Fotografie.

Bei der Aktfotografie geht es um die Wahrnehmung und die Ästhetik des menschlichen Körpers.

Wie setzt sich die Aktfotografie zusammen?

Aktfotografie besteht nicht nur aus einer einzigen Grundform. Es gibt verschiedene Darstellungsformen in der Aktfotografie. Unterschieden der Halbakt vom klassischen Vollakt und der Bereich Detailansichten, auch Bodyparts genannt. Die verschiedenen Darstellungsformen beinhalten auch unterschiedliche Inszenesetzung des jeweiligen Aktes. Beim Halbnackt ist das Modell nur teilweise nackt. Das Modell muss nicht immer bekleidet sein. Es können auch Objekte in Szene gesetzt werden, die das Modell teilweise verdecken. Wird das Modell teilweise durch Objekte verdeckt, dann wird das verdeckter Akt bezeichnet.

Beim Vollakt kann ein simpler Hintergrund gewählt werden und das jeweilige Modell ist komplett unbekleidet. Werden Detailansichten dargestellt, dann ist von Bodyparts die Rede. Fotografieren eines Vollaktes mit Detailansichten bedeutet, dass Details so gezeigt werden, dass sie anonym und abstrahierend sind. Es geht um die Darstellung von Strukturen und Formen, die durch die Nahaufnahme unterstrichen bzw. hervorgehoben werden können.

Körperlandschaften sind ein guter Einstieg in die Aktfotografie.

Weitere Subformen der Aktfotografie

Es sind weitere Formen der Aktfotografie bekannt, als die drei genannten Grundformen. Die verschiedenen Genres benötigen zur professionellen Umsetzung der Aktfotografie spezifische Techniken. Unterschieden werden beispielsweise

  • Männerakt
  • Studioakt
  • Outdoorakt
  • Schwarz Weiß Akt sowie
  • Low-Key- und
  • High-Key-Aufnahmen

Zudem gibt es noch Körperbemalungen oder die Projektion.

Körperspannung und Körperbeherrschung des Fotomodels sind wichtige Elemente für ein gutes Aktfoto.

 

Die Aktfotografie als Kunstform

Die Aktfotografie als Kunstform

Low-Key- und High-Key-Aufnahmen

Low-Key-Aufnahmen sind Fotografien, bei denen eine düstere Stimmung bewusst erzeugt wird und die dunklen Bildanteile in der Überzahl sind. Mit Unterbelichtung ist das nicht unbedingt zu beschreiben, sondern es ist eine bewusste „Verdunklung“ der Szenerie. Bei der Low-Key-Technik wird das Licht gezielt genutzt, um die Motivkonturen zu verdeutlichen und hervorzuheben. Es wird allerdings nur in niedriger Intensität eingesetzt. Low-Key-Aufnahmen werden beispielsweise auch als Schwarz-Weiß-Aufnahmen ausgeführt. Eingesetzt wird die Low-Key-Technik nicht nur in der Aktfotografie. Auch bei Porträts kann Low-Key zum Einsatz kommen.

 

Aktfotografie - Low Key

Aktfotografie – Low Key

 

High-Key-Aufnahmen werden mit einem hohen Weißanteil durchgeführt. Der Bildstil ist einzigartig und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Denn helle Grau- oder Farbtöne sind ein Markenzeichen des Stils. Mit High-Key-Aufnahmen können ästhetische Aktfotos aufgenommen werden.

Welche Besonderheiten gibt es zu beachten?

Bei der Aktfotografie ist die rechtliche Seite wichtig. Wird in einer Fotografie bzw. in einer Darstellung ein sexueller Vorgang gezeigt, ist dieser grob aufdringlich und rückt in dem Bild in den Vordergrund, so kann das bereits als pornografische Darstellung gelten. Wenn das Ziel der Darstellung überwiegend zur „Aufreizung des Sexualbetriebs“, nach Stefen, 1989, dient, dann gilt es ebenfalls als pornografische Darstellung.

Der Übergang von der klassischen Aktfotografie zu Erotik Fotografie kann in der Fotografie fließend sein. Es ist zudem von Land zu Land unterschiedlich, welche Fotografie gegen die guten Sitten verstößt.

Der sensible Umgang mit dem Model ist bei der Aktfotografie besonders wichtig und entscheidend für eine gute Aufnahme.

  • Im Vorfeld sollte das Ziel und die zu erwartenden Posen, die Location und alle wichtigen Informationen zur Darstellung genau mit dem Model besprochen werden.
  • Auch eine eventuelle Körperrasur muss im Vorfeld mit dem Model einvernehmlich abgesprochen werden.
  • Ein Modelrelease – also ein Model Vertrag – sollte alle wichtigen Eckpunkte festhalten. Insbesondere braucht es die Einwilligung des Fotomodels für die anschließende Verwendung und Veröffentlichung der Fotos.
  • Mit einer längere Warm-Up Phase zu rechnen.
  • Ein harmonischer und freundlicher Umgang beim Fotoshooting ist ein Muss.
  • Alkohol gehört nicht ins Studio, ebenso wenig wie anzügliche Witze oder vulgäre Sprachausdrücke.
  • Der Jugendschutz gehört ohne wenn und aber beachtet.

Zum Modelrelease – Kunst gilt als geschützt

Kunst ist ein wichtiges Gut und wird vom deutschen Grundgesetz geschützt. Die Freiheit der Kunst ist nach Artikel 5 des GG im Absatz 3 geregelt. Die Aktfotografie sollte aber generell nicht als Pornografie dargestellt werden, sondern eine niveauvolle Kunstform sein. Es geht allerdings nicht nur um die Inhalte der Fotografie, sondern auch um die abgebildete Person. Es gibt ein Recht am eigenen Bild. Damit ein Fotograf das Bild nutzen darf, muss ein erwachsenes Modell die Bildrechte vertraglich an den Fotografen abtreten. Model Release wird das im kommerziellen Bereich genannt. Wenn Aufnahmen in einem öffentlichen Raum stattfinden, dann kann das eine gesonderte rechtliche Situation sein.

Welche Ausstattung kommt bei der Aktfotografie zum Einsatz?

DIE Kamera für die Aktfotografie gibt es nicht. Die Aktfotografie kann am besten mit einer DSLR Kamera durchgeführt werden. Die digitale Spiegelreflexkamera kann sowohl im Studio als auch zu Outdoor-Aufnahmen on location genutzt werden. Moderne Kameras bieten eine hohe Bildauflösung. Die Pixelzahl ist jedoch beim Akt nicht entscheidend. Varianten von bekannten Herstellern können in der Regel mit vielen Wechselobjektiven ausgestattet werden. Des Weiteren sind modernde Spiegelreflexkameras meist kompakt und handlich. Das spart Platz bei der Ausrüstung und ermöglicht das unkomplizierte Mitnehmen der Kamera.

Objektive

Viele Objektive werden für eine Aktfotografie in der Regel nicht benötigt.

Zoomobjektive

Zoomobjektive haben im Fotoshooting den Vorteil, dass der Fotograf das Objektiv seltener wechseln muss. Dies ist gerade bei Aktaufnahmen von Vorteil. Je nach Aktfotografie können 24 bis 70 mm Aufnahmen im Standardzoom sowie 12 bis 24 mm Aufnahmen im Weitwinkelzoom ausreichen. Ein Telezoom mit 70 bis 200 mm ist ebenfalls empfehlenswert.

Wer einen Zoom einsetzt, muss unbedingt darauf achten, dass es nicht zu Verzerrungen des Bildes kommt.

Festbrennweite

Profi Aktfotografen setzen auf eine Festbrennweite. Diese Objektive sind oft lichtstärker, so das mit der Schärfentiefe als Gestaltungselement gespielt werden kann. Auch verfügen die Festbrennweiten über eine bessere Schärfendarstellung.

 

Zusätzlich gehören eine Gegenlichtblende und einige Filter mit in den Fotokoffer.

Studioaufnahmen

Für das Studio braucht es eine gute Studiokamera. Diese sollte über einen

  • Blitzanschluss und
  • über manuelle Einstellungen von Blende und Zeit verfügen.
  • Die Schärfentiefe muss optimal regulierbar sein.
  • Ebenso muss ein manueller Fokus einstellbar sein.
  • Mit dem Blitzlicht muss eine Blitzsynchronzeit möglich sein.
  • Ein manuelle Weißabgleich ist sinnvoll.
  • Im Studio bieten sich Objektive mit Brennweiten zwischen 50 und 85 mm an.
  • Ein zusätzlicher Blitzdiffusor ist eine einfache Variante, weiches Licht zu erzeugen.

Das Licht im Fotostudio

Hier braucht es ein warmes Studio mit gutem Studio Licht. Mit diesem Licht wird der Körper modelliert. Schönes wird gut ausgeleuchtet, anderes wird verborgen. Das Spiel mit dem Licht bringt den Reiz und die Botschaft des Aktes an den Betrachter. Seitliches Licht oder Zangenlicht sind Beispiele für gute Licht Einstellungen.

Drei Lichtquellen sollten für eine gute Aktfofotoaufnahme bereit stehen:

  1. Es wird ein Hauptlicht (ein Führungslicht) benötigt
  2. Gerade beim Akt bringt das Kopflicht (Spitzlicht) , auch als Haarlicht oder Saumlicht benannt,  besonders künstlerische Ergebnisse.
  3. Das Hintergrundlicht komplettiert die Lichtquellen.

Wichtiges Zubehör im Fotostudio sind weiterhin die Aufheller und die Diffusoren für weiches Licht. Ebenso braucht es Hintergrundrollen als Fotohintergrund für Ganzkörperaufnahmen.

Welches Beiwerk wird gebraucht?

Aktfotografie kann ohne viel Zubehör durchgeführt werden. Einige Dinge jedoch können den Akt komplettieren.

  • Im Studio braucht es eine Sitz- oder Liegefläche für das Model.
  • Schöne Dessous können eingesetzt werden.
  • Stoffe, Federn, Tücher können beim Spiel mit den sichtbaren und nicht sichtbaren Körperbereichen Abwechslung bringen.
  • Einige Fotografen spielen mit Objekten aus dem Food Bereich, Eiswürfel, Öl, Wasser oder Erdbeeren sind hier beliebte Motive im Aktmotiv selbst. In diesen Fällen ist ein Handtuch Pflicht.
  • Wird das Gesicht mit einbezogen, kann ein passendes Make Up aufgelegt werden.
  • Etwas Glitzer und Glamour im Repertoire kann ebenfalls gute Dienste leisten.
  • Das Studio sollte beheizbar sein.
  • Ein Bademantel, eine Jacke oder ähnliches sollte zum Überziehen für die Pausen bereit liegen.
Je natürlicher oder minimalistischer der Akt werden soll, umso weniger Beiwerk braucht es.

Bei verdeckten Akten können Objekte zur Fotografie eingesetzt werden. Wenn eine Outdoor-Aktfotografie durchgeführt wird, dann sollte unter Umständen eine höhere Belichtungszeit eingeplant werden und das Modell muss entsprechend länger stillhalten. Das sollte bei der Planung der Location beachtet werden.

Die künstlerische Aktfotografie sollte nicht mit erotischer oder pornografischer Fotografie verwechselt werden.

Fazit – Aktfotografie

Die Aktfotografie wird in Halbakt und Vollakt unterteilt. Ein Halbakt beschreibt eine Aktfotografie, bei der das Modell teilweise bekleidet oder verdeckt ist. Wird das Modell von einem Objekt verdeckt so wird von verdeckter Aktfotografie gesprochen.

Ein Vollakt ist durch ein komplett nacktes Modell gekennzeichnet. Der Vollakt ist in vielen ästhetischen Fotografietechniken umsetzbar. Bekannte Techniken sind Low-Key- und High-Key-Fotografie. Bei der Low-Key-Fotografie überwiegen die dunklen Bildtöne.

Bei der High-Key-Fotografie überwiegt das Helle. Generell sind für die Aktfotografie kaum Zubehörelemente notwendig. Es kommt allerdings auf die Art des Aktes an, ob beispielsweise Objekte in Szene gesetzt werden.

Eine Aktfotografie hat einen künstlerischen Gesamtanspruch. Die Aktfotografie ist anders zu bewerten als erotische oder pornografische Fotografie.

Mehr zu den einzelnen Fotobereichen:


Ähnliche Beiträge