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Was ist HDR?

HDR (von englisch: High Dynamic Range) bedeutet nichts anderes, als dass eine ganze Reihe gleicher Aufnahmen gemacht wird, jedoch jedes mit einer anderen Belichtung. Diese Belichtungsreihe reicht von über- bis unterbelichtet – also, von hell bis dunkel. Damit wird der Dynamikumfang des Bildes erweitert.

Vergleichen kann man es am ehesten mit einer Serienaufnahme, einziger Unterschied ist eben die unterschiedliche Belichtung. Aus diesen Aufnahmen wird dann das HDR Foto zusammengestellt. Es wird die besten Eigenschaften eines jeden Einzelbildes enthalten. Damit können Motive dargestellt werden, bei denen ohne HDR, entweder die dunklen Bereiche zu dunkel oder die hellen Bereiche überstrahlt wären.

Die richtige Belichtung für alle Elemente im Bild

Die meisten Menschen denken ja, das perfekte Foto zu schießen sei keine Kunst. Wenn diese Menschen dann einmal ihren Fotoapparat oder das Smartphone zur Hand nehmen und sich selbst als Fotograf versuchen, dann merken sie recht schnell, dass es doch eine Kunst für sich ist und das perfekte Foto von mehreren Faktoren abhängig ist.

Für ein sehr gut gelungenes Foto sollten zumindest die Grundbegriffe der Fotografie bekannt sein.

 

Die drei wichtigsten Grundbegriffe

Der ISO-Wert

Hiermit wird die Lichtempfindlichkeit bezeichnet. Die Faustregel dabei heißt: je besser die Lichtverhältnisse, desto niedriger kann der ISO-Wert gewählt werden. Stellt man den ISO-Wert jedoch höher ein, so erhält man am Ende ein verschwommenes Foto.

 

Die Blende

Mit der Einstellung der Blende regelt man, wie viel Licht durch das Objektiv einfällt. Je nachdem, welche Blendenzahl gewählt wurde, werden hier verschiedene Schärfeeffekte im Foto sichtbar. Faustregel hier: je geringer die Blendenzahl, desto geringer auch die Schärfentiefe. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Hintergrund eher unscharf bleibt. Spielt dieser bei dem Foto sowieso keine Rolle, dann ist dieser Aspekt zu vernachlässigen. Die maximale Blendeneinstellung hängt immer auch vom jeweiligen Objektiv ab.

 

Die Belichtungszeit

Dies bezeichnet die Zeit, in der das Foto belichtet wird. Sie wird auch Verschlusszeit genannt und steht im direkten Kontext mit dem ISO-Wert und der Blendenzahl. Eine relativ lange Verschlusszeit steigert das Risiko, dass das Foto verwackelt.

 

Diese drei Werte zusammen bilden das Belichtungsdreieck.

 

Wie kommt nun HDR ins Spiel?

Durch die Nutzung von HDR werden Teile aus den unterbelichteten, überbelichteten und ausbalancierten Aufnahmen zusammengefügt und auf diese Weise können wundervolle, ausdrucksstarke Fotos entstehen. Licht und Schatten kommen dabei auf harmonische Weise zur Geltung. HDR hat den klaren Vorteil, dass hier mehr Informationen über die Belichtung aufgenommen und abgebildet werden können, als mit standardisierten Bildsensoren.

Warum HDR?

Das menschliche Auge kann viele Belichtungssituationen gut aufnehmen, das Gehirn setzt ein perfektes Bild zusammen. Die Kamera kann dies nur in einem geringen Umfang. Hat ein Objekt sehr dunkle Bereiche und gleichzeitig sehr helle Bereiche, so kann sie nicht den vollen Kontrastumfang im Foto abbilden. Es kommt zu ausgefressenen Lichtern oder die Details in den dunkleren Bereiche gehen verloren.

Nutzt man kein HDR, dann kann es passieren, dass man genau hierauf den Fokus legt, wo man ihn eigentlich nicht haben möchte. Da eine Kamera bei schwierigen Lichtverhältnissen (Dämmerung, Wald) entweder die hellen Areale (Lichter) oder aber die dunklen Bildbereiche (Tiefen) korrekt belichten kann, kann es schnell passieren, dass nur ein Teil richtig belichtet wurde. Hier nutzt man dann HDR und erhält so ein brillantes Foto, bei welchem das Hauptmotiv auch im Fokus steht.

Der Profi arbeitet hier im „RAW“ Format, so hat er bei jedem einzelnen Bild, die meisten Optionen in der Entwicklung.

Üblicher Weise wird dann in einer Software das HDR Bild zusammengesetzt, aus dem

  1. unterbelichteten Foto(s)
  2. normal belichteten Foto
  3. überbelichten Foto(s)

Weniger Aufwendig ist die Reduktion auf zwei Fotos, die unterbelichtete und die  überbelichtete Aufnahme. Je mehr Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen jedoch für das HDR Bild zur Verfügung stehen, umso detailreicher können die Bereiche im Ergebnis erscheinen.

Einige Kameras und viele Smartphone haben heute HDR Funktionen integriert.

Aber HDR ist kein “Allheilmittel”, es gibt durchaus Szenarien, bei denen die Nutzung von HDR keinen Vorteil bringt.

 

Hier nun in der Übersicht, wann HDR sinnvoll ist und wann nicht:

 

HDR sollte genutzt werden:

  • bei Landschaftsaufnahmen – wenn ein deutlicher Kontrast zwischen Himmel und Erde gegeben ist
  • bei Porträts oder anderen Objekten in hellem Sonnenlicht
  • bei der Detail- und Makrofotografie
  • detailreiche Szenen mit hohem Kontrastumfang,
  • schwierige Lichtverhältnisse bei sich nicht verändernden Objekten, oft bietet es sich in Kirchenschiffen an, aber auch bei der Produktfotografie
  • bei Dämmerung und Nachtaufnahmen

 

HDR sollte nicht genutzt werden:

  • sehr kontrastreiche Szenen, wenn der Kontrast als Bildstil dient
  • bei viel Bewegung in der Szene, wenn die Bewegung im Bild zum Motiv gehört
  • bei viel Action, wenn keine Belichtungsreihe möglich ist, ohne dass sich das Motiv verändert
  • bei hellen, lebendigen Farben, wenn die Farben schon knallig und richtig aufgenommen wurden

 

Eine HDR Aufnahmen selbst herstellen

Wenn ein paar grundlegende Kenntnisse über Fotografie vorhanden sind, so spricht nichts dagegen, eine HDR Aufnahme auch selbst zu generieren.

 

Hierfür braucht es nur die folgenden fünf Schritte:

 

  1. Den AV-Aufnahmemodus wählen, ISO und Blende korrekt einstellen.
  2. Die Belichtungsmethode auf “Integral” oder “Mehrfeld” einstellen. Die Kamera wählt in der Regel eine durchschnittliche Belichtungszeit.
  3. Nun das Wahlrad nutzen und die Belichtungskorrektur für jede Szene wählen (über- und unterbelichtet).
  4. Nun mit einer Differenz von einer Belichtungsstufe beginnen. Beispiel: für die erste Aufnahme eine Belichtungskorrektur von -1 wählen, dann das Wahlrad auf -2, dann auf -3 einstellen. Diesen Vorgang dann auch bei der Überbelichtung durchführen-beginnen mit +1, danach +2 und zum Schluss dann +3 wählen. So hat man alle Möglichkeiten ausgeschöpft und kann das perfekte Bild erhalten.
  5. Alternativ hierzu kann auch die sogenannte Belichtungsreihenautomatik (AEB) benutzt werden. Mit ihr kann die Höhe der Über- bzw. Unterbelichtung ausgewählt werden und die Kamera führt dann selbsttätig eine Serienaufnahme durch.

HDR Fluch oder Segen?

Segen für ein perfektes Bild für Szenen mit hohem Kontrast

HDR gekonnt ausgenutzt, führt zu einem Foto, in dem alle Teile, sowohl die hellen, als auch die dunklen Bereiche, gut belichtet sind. Ein Objekt mit hohem Kontrastumfang wird so zu einem Foto ohne ausgefressene oder abgesoffene Bereiche.

Clownkotze

Oft wird die Technik jedoch überrissen. Diese Bilder sind dann unter Fotografen stark umstritten. Die Fotoprofis sprechen bei diesen Bilder abwertend von „Clownkotze“ Bei diesen Bildern wird der Kontrast übertrieben und die Farben auf extrem knallig gestellt. Das Ergebnis ist ein fast surreal aussehendes Foto.

Gerade mit dem Aufkommen der vielen Foto-Apps, die diese Art (Pseudo) HDR Fotos produzieren, wurde die Technik stark strapaziert und eine Flut von grellen, bunten Pseudo-HDR Bildern durchzog die Fotowelt.

Die Geschmäcker sind hier jedoch verschieden. Jeder darf das Foto machen oder in der Software erstellen, was ihm selbst gefällt.

Fazit

Die modernen Digitalkameras machen es einem wirklich mehr als einfach, gleich eine ganze Belichtungsreihe aufzunehmen. Mit Hilfe des HDR kann es dann zu unvergleichlich intensiven Aufnahmen kommen-jedoch sollte man sich an ein paar Faktoren (siehe oben) halten, dann kann wirklich das perfekte Foto entstehen!

 

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